Comics und Graphic Novels zur Shoah - Eine Gedenkveranstaltung zum 27. Januar in Riesa
28.01.26
Am 27. Januar 2026 fand auch in Riesa eine Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt.
Um 18 Uhr hatten die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain und das Stadtmuseum Riesa zu einem Gespräch mit der Comiczeichnerin Stephanie Brittnacher und dem Comicforscher Markus Streb geladen. Kurz vor Beginn der Veranstaltung hatten sich bereits 70 interessierte Besucherinnen und Besucher im Veranstaltungsaal des Museums eingefunden.
Der Oberbürgermeister der Stadt Riesa Marco Müller eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, in welchem er besonders die Tochter von Lee Leder Guttman, Caroline Guttman, in Riesa willkommen hieß. Lee Leder Guttman war als Chemnitzer Jüdin in den 1930er Jahren verfolgt worden und schließlich in die USA ausgewandert, wo sie schnell als Zeichnerin für Walt Disney arbeitete.
Lee Leder Guttmans Leben wurde von der Zeichnerin Stephanie Brittnacher in der Comiclesung illustriert. Im Anschluss sprach Caroline Guttman über das Leben ihrer Mutter und stellte besonders ihre künstlerischen Arbreiten sowie ihre Reisen in ihre Heimatstadt Chemnitz in den 1990er Jahren in den Vordergrund. Den Abschluss bildete ein Überblick über die Unterschiedlichkeit der von 1942 bis heute erschienen Comics und Graphic Novels, welche auf verschiedenste Art die Shoah erwähnen oder explizit thematisireren. Markus Streb spann einen Bogen von den ersten Zeichnungen aus den Lagern, über Superheldengschichten mit Horrorelementen bis zu den inzwischen auch im Feuilleuton anerkannten Graphic Novels, deren Startpunkt die Publikation von Maus 1986 darstellte.

Draufhin entspann sich zunächst ein Gespräch zwischen Markus Streb und Stephanie Brittnacher über die Herangehensweise beim Zeichnen von Comics zur Shoah, ergänzt um die Erfahrungen von Caroline Guttman. Diese Diskussion wurde durch Fragen aus dem Publikum, etwa nach aktuellen Trends der Themenwahl oder der Comicszene in Israel, erweitert und vertieft.
Zum Abschluss verließ das Publikum den Saal, um mit Caroline Guttman und Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und aus der Riesaer Stadtgesellschaft zu einer Kranzniederlegung am Denkmal für die Opfer von Gewaltherrschaft vor dem Stadtmuseum am Poppitzer Platz zusammenzukommen.

Die Veranstaltung war gleichzeitig die Eröffnung einer vom Zentrum für verfolgte Künste in Solingen konzipierten Kabinettausstellung zur Thematisierung der Shoah in Comics und Graphic Novels. Diese kann noch bis 1. März 2026 im Stadtmuseum Riesa besucht werden.
Wir danken dem Stadtmuseum und der Stadt Riesa für die gemeinsame Arbeit bei der Vorbereitung und Durchführung dieser gelungenen Veranstaltung sowie Markus Streb und Stephanie Brittnacher für ihren Beitrag. Besonders bedanken möchten wir uns bei Caroline Guttman für ihren Besuch aus den USA und ihre Einblicke in das Leben ihrer Mutter Lee Leder Guttman.
Kontakt
Milan Spindler (Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pädagogik)
Tel.: 03525 510472
milan.spindler@stsg.de

