29.09.26
Der Beschluss des Heidenauer Stadtrates, künftig auf weitere Stolpersteine im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich zu verzichten, ist aus Sicht der Stiftung Sächsische Gedenkstätten (StSG) und der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) ein falsches Signal. Mit dem Verzicht auf diese anerkannte Form des dezentralen Gedenkens droht die Erinnerung an Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden, aus dem Alltag der Stadt verdrängt zu werden. Gerade Stolpersteine machen die Biografien der Verfolgten an den Orten sichtbar, an denen diese Menschen gelebt und gewirkt haben. Geschichte begegnet den Menschen damit im öffentlichen Raum, im Alltag und im unmittelbaren lokalen Umfeld.
24.09.26
Der Stiftungsbeirat bittet um Verbreitung dieser Mitteilung:
Erneut bedrohen Kürzungen im sächsischen Haushalt die sächsische Erinnerungslandschaft, von etablierten Gedenkstätten bis hin zu jungen Aufarbeitungsinitiativen.
Wir fordern eine bedarfsorientierte und transparente Finanzierung der sächsischen Gedenkstättenlandschaft.
Die historisch-politische Bildung und gesellschaftliche Teilhabe in ganz Sachsen stehen auf dem Spiel – Erinnerungskultur ist demokratierelevant.
08.09.26
Der Erinnerungsort Torgau lädt am Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 zu zwei Führungen ein. Besucherinnen und Besucher können an diesem Tag die Dauerausstellung „Mut und Ohnmacht“ im Schloss Hartenfels erkunden. Zudem kann der neue Gedenkort am ehemaligen NS-Militärgefängnis Torgau-Brückenkopf besichtigt werden.
03.09.26
Am 13. September 2026 findet der Tag des offenen Denkmals statt. Motto und damit Thema sind in diesem Jahr Netzwerke und die ihnen zugrundeliegende Infrastruktur. Gebaut in Stein, Beton oder Metall haben Menschen diese Infrastruktur entstehen und wachsen lassen – das macht sie zu Denkmalen, die unsere täglichen Wege seit jeher mitbestimmen. Das Motto lädt dementsprechend dazu ein, auch Denkmäler neuerer Herkunft und abseits von Schlössern und Stauen in den Mittelpunkt zu stellen und in ihrer historischen Wertigkeit anzuerkennen. In diesem Rahmen bietet die Gedenkstätte Zeithain zwei Veranstaltungen an.
31.07.26
Im August 1956 übernahm die Staatssicherheit ein altes Strafgefängnis in Bautzen. Es sollte zu einem der geheimsten und berüchtigtsten Orte der DDR werden: Bautzen II, umgangssprachlich bekannt als „Mielkes Privatknast“.
In dieser Episode blicken wir zurück auf die Gründungsphase des Stasi-Gefängnisses. Wir sprechen mit der Historikerin Silke Klewin, Leiterin der Gedenkstätte Bautzen, und dem Spionageexperten Dr. Ronny Heidenreich darüber, warum dieser Ort geschaffen wurde, welche besondere Rolle er im Sicherheitsapparat der DDR spielte und wer die Menschen hinter den dicken Mauern waren.
24.06.26
Welche Rolle spielte Musik unter den Bedingungen von Haft, Isolation und politischer Verfolgung? Dieser Frage widmet sich ein neuer Podcast der Gedenkstätte Bautzen. Im Mittelpunkt steht die Matinee „Musik, wo Schweigen ist“, die sich mit dem kulturellen Leben im sowjetischen Speziallager Bautzen befasste. Gesprächspartnerin ist die Violinistin und Musikwissenschaftlerin Dr. Anna Barbara Kastelewicz, deren Forschungen neue Perspektiven auf die Geschichte der sowjetischen Speziallager eröffnen.
17.04.26
Am 23. April 1945 wurde das Kriegsgefangenenlager Zeithain durch Einheiten der Roten Armee befreit. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten / Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain erinnert im Rahmen der Gedenkfeier an dieses historische Ereignis und die bis zu 30.000 Opfer unter den sowjetischen Kriegsgefangenen.
14.04.26
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten teilt eine Pressemitteilung der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau:
Am 22. April 2026 besucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau. Gabriele Beyler und Bettina Klein, Vorstandsmitglieder des Trägervereins Initiativgruppe GJWH Torgau, sowie Manuela Rummel, Leiterin der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der Gedenkstätte, führen ihn durch die Dauerausstellung „Ich bin als Mensch geboren und will als Mensch hier raus“. Im Anschluss folgt ein gemeinsames Gespräch mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
25.03.26
Es ist Februar 1950. Die Häftlinge im „Gelben Elend“ sind von Hunger und Krankheit gezeichnet. Doch ihre Hoffnung ist groß, denn: Das sowjetische Speziallager Bautzen wird an die noch junge DDR übergeben. Doch nichts geschieht. Die sowjetischen Urteile werden nicht aufgehoben und die Essensrationen sogar noch knapper. Die Verzweiflung bricht sich Bahn: Im März 1950 treten die Häftlinge in einen Hungerstreik, schwenken Bettlaken und schreien lautstark um Hilfe. Die Rufe sind bis in die Stadt Bautzen hinein zu hören. Die Volkspolizei schlägt die Proteste brutal nieder.
19.03.26
Drei Meter hoch, 450 Kilo schwer, 30 Jahre lang mitten in Bautzen: Das Ernst-Thälmann-Denkmal war der Ort, an dem Generationen von Kindern zu Pionieren wurden. 1991 verschwand es über Nacht – ohne Diskussion, ohne Debatte. Heute liegt die Statue im Keller der Gedenkstätte Bautzen. Mit Farbe besprüht. Mit einer goldenen Faust.