Vermisst in Deutschland. Filmvorführung und Gespräch mit Irina Scherbakowa
Datum:
Veranstalter:
Gedenkstätte Ehrenhain ZeithainOrt:
Gedenkstätte Bautzner Straße
Bautzner Straße 112a
01099 Dresden
Mehr als drei Millionen Rotarmisten starben im Zweiten Weltkrieg in deutscher Kriegsgefangenschaft. Ihre Gräber liegen verstreut über ganz Deutschland, allein in Zeithain bei Riesa ruhen rund 30.000 von ihnen.
Doch auch nach dem Ende des Krieges fanden die Überlebenden keinen Frieden: In der Sowjetunion galten sie als Verräter und Kollaborateure.
Das Stigma des „Verrats“ lastete auch auf den Familien, die zu Hause hofften und auf Nachricht oder Gewissheit warteten. Die Historikerin, Autorin und Trägerin des Friedensnobelpreises Irina Scherbakowa untersuchte, warum diese Männer in der Sowjetunion nicht geehrt wurden und zeigt, wie dieses staatlich verordnete Schweigen Generationen prägte.
Während der SED-Diktatur in der DDR wurde Zeithain zum Ort des Gedenkens, doch das Erinnern folgte dem sowjetischen Vorbild: Geehrt wurden Helden, nicht Opfer. Der armenischstämmige Autor Aren Vanyan führte Interviews mit Angehörigen – heute meist Nachkommen in der vierten oder fünften Generation. Sie erzählten über die Suche in Archiven, über das Wiederfinden verschollener Familienengschichten und den manchmal schwierigen Dialog zwischen den Generationen. Daraus sind eindrückliche Animationsfilme entstanden, die an diesem Abend gezeigt werden.
Im Anschluss signiert Irina Scherbakowa ihr aktuelles Buch „Der Schlüssel würde noch passen: Moskauer Erinnerungen“.
Kontakt
Nora Manukjan
Referentin Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain
Tel: 03525 510472
nora.manukjan@stsg.de

