Gedenkort am ehemaligen NS-Militärgefängnis Brückenkopf
Auf dem Außengelände des ehemaligen NS-Militärgefängnisses Brückenkopf in Torgau entstand im Jahr 2025 ein Gedenkort. Er erinnert an die vielen Tausend Gefangenen der nationalsozialistischen Militärjustiz, die während des Zweiten Weltkriegs in dem Gefängnis inhaftiert waren. Ebenso erinnert er an die zum Tode Verurteilten, die auf dem Areal oder andernorts hingerichtet wurden. Der Gedenkort wurde mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Freistaates Sachsen eingerichtet. Er kann nach Terminabsprache besucht werden. Zudem ist er zu bestimmten Anlässen wie dem Elbe Day oder dem Tag des offenen Denkmals zugänglich.
Der Gedenkort ist eine künstlerische Rauminstallation im Hof des Kasernengeländes. Er befindet sich auf dem Grund einer ehemaligen Baracke, die 1939 eigens für die Zwecke des Militärgefängnisses errichtet wurde. Während die eine Hälfte der Baracke erhalten ist, war die andere Hälfte bis zum Jahr 2025 stark verfallen. Ihre Reste mussten abgetragen werden. Mit niedrigen Mauern zieht der Gedenkort nun den Grundriss dieser Barackenhälfte nach.
Vier Biografie-Tafeln erinnern exemplarisch an die Inhaftierten des NS-Militärgefängnisses. Die Tafeln schildern die persönlichen Geschichten der Verfolgung von Walter Holländer, verurteilt wegen Befehlsverweigerung, von Fritz Spangenberg, verurteilt wegen Homosexualität, von Anton Saloga, verurteilt wegen Fahnenflucht, und von Silvio Zecchinati, einem Italienischen Militärinternierten.
Auf den Mauern und an einer angrenzenden Wand stehen diejenigen Namen von hingerichteten Gefangenen, die bis heute bekannt sind. Die genaue Zahl der Hingerichteten ist jedoch bis heute noch nicht geklärt, weil die überlieferten Akten unvollständig sind. Sicher feststellen lässt sich, dass mindestens sieben Häftlinge des Gefängnisses Brückenkopf direkt auf dem Gelände und mindestens acht weitere Häftlinge an anderen Orten in Torgau oder außerhalb Torgaus exekutiert wurden. Die Recherchen werden fortgeführt, so dass die Zahl sich erhöhen wird.
Der künstlerische Entwurf des Gedenkortes stammt von Professor Tobias Katz, TU Darmstadt/Architekturbüro KatzKaiser, Köln; die grafische Umsetzung erfolgte durch BÜRO WEISS in Berlin. Die bauliche Umsetzung lag in den Händen des Bauplanungs- und Ingenieurbüros Zinnert in Torgau.
Kontakt:
Tel.: 03421 713468
erinnerungsort.torgau@stsg.de


Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel
auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag
beschlossenen Haushaltes.

