Willige Vollstrecker oder standhafte Richter? Die Ziviljustiz im Nationalsozialismus. Vortrag und Diskussion
Datum:
Veranstalter:
Gedenkstätte Münchner Platz DresdenOrt:
Landgericht Dresden, Schwurgerichtssaal,
Lothringer Straße 1, 01069 Dresden
Die Rechtsprechung von Zivilgerichten im Nationalsozialismus galt lange als unpolitische Insel der Normalität – und damit als Gegenpol zu einer Strafjustiz, die sich in den Dienst der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft stellte. Neuere Forschungen von Georg D. Falk werfen einen differenzierteren Blick auf die Ziviljustiz. Auch sie wirkte in ihrer Rechtsprechung am NS-Unrecht mit und beteiligte sich an der Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen.
Wie positionierten sich Zivilrichter, wenn eine der Konfliktparteien vom Regime als jüdisch verfolgt wurde? Wirkten Zivilgerichte systemstabilisierend? Gab es Richter, die sich weiterhin an rechtsstaatliche Prinzipien gebunden fühlten und entsprechend agierten?
Georg D. Falk war Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Frankfurt am Main und bis April 2024 Mitglied des Staatsgerichtshofs des Landes Hessen. Er ist ein Autor der Studie „Willige Vollstrecker oder standhafte Richter? Die Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main in Zivilsachen von 1933 bis 1945“.
Eine gemeinsame Veranstaltung des Landgerichts Dresden und der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden. Der Eintritt ist frei.
Bitte beachten Sie den veränderten Veranstaltungsort und die Einlasskontrollen vor Ort.
Kontakt
Volker Strähle (Referent Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit)
0351 46331992
volker.straehle@stsg.de

