Erinnerung an den Aufstand im Speziallager Bautzen 1950
10.04.26
Am vergangenen Sonntag haben 50 Teilnehmende auf dem Gräberfeld „Karnickelberg“ in Bautzen im Rahmen einer feierlichen Kranzniederlegung an den Häftlingsaufstand von 1950 im sogenannten „Gelben Elend“ erinnert.
In ihren Beiträgen berichteten Silke Klewin, Leiterin der Gedenkstätte Bautzen und Vorstandsmitglied des Bautzen-Komitees, Dr. Nancy Aris, Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, sowie Karsten Vogt, Oberbürgermeister von Bautzen, über die dramatischen Geschehnisse im März 1950 und ordneten diese historisch ein.
Die Gedenkveranstaltung wurde musikalisch würdevoll von einem Ensemble der Kreismusikschule Bautzen begleitet. Bereits zuvor hatten die Teilnehmenden in einem Gottesdienst im St. Petri Dom des mutigen Aufstandes der Gefangenen gedacht und der Opfer erinnert.
Am 31. März 1950 wurde der erste und zugleich größte Häftlingsaufstand in der DDR gewaltsam niedergeschlagen. Zahlreiche Gefangene, die sich gegen die unmenschlichen Haftbedingungen im Bautzener Gefängnis erhoben hatten, wurden dabei schwer verletzt. In der DDR wurde die Geschichte des Lagers und des Gefängnisses tabuisiert, sodass die Ereignisse über lange Zeit in Vergessenheit gerieten.
Seit dem Jahr 2011 wird auf dem Gräberfeld „Karnickelberg“ jährlich an den Aufstand erinnert. Auf dem Gelände waren über 3.000 Tote des Speziallagers Bautzen anonym verscharrt worden. Heute befindet sich dort eine Grabanlage. In einer Gedenkkapelle sind die Namen der Verstorbenen verzeichnet und Ausstellungstafeln informieren über die historischen Ereignisse .
Die jährliche Gedenkveranstaltung setzt ein wichtiges Zeichen für Erinnerung, Aufarbeitung und Mahnung gegen Unrecht und politische Verfolgung.
Kontakt
Susanne Hattig (Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit Gedenkstätte Bautzen)
Tel: 03591 530363
susanne.hattig@stsg.de

