Rückblick auf das erste Deutsch-Polnische Gedenkstättenforum
15.04.26
Das erste Deutsch-Polnische Gedenkstättenforum fand vom 23. bis 26. März 2026 in Lublin statt. Sie geht auf einen im Juli 2024 gefassten Beschluss der Kulturministerinnen beider Länder zurück. Insgesamt nahmen 42 Personen aus rund 30 deutschen und polnischen Institutionen teil, die sich mit der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus beschäftigen.
Das Forum wurde gemeinsam vom Staatlichen Museum Majdanek, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas sowie der Stiftung Sächsische Gedenkstätten organisiert. Die Finanzierung erfolgte durch das polnische Ministerium für Kultur und nationales Erbe. Das Forum befindet sich derzeit noch in einer Aufbauphase, in der sowohl eine langfristige Finanzierung als auch stabile organisatorische Strukturen entwickelt werden sollen.
Eröffnet wurde die Konferenz mit Grußworten von Tomasz Kranz, Direktor des Staatlichen Museums Majdanek, Marek Krawczyk, stellvertretender polnischer Kulturminister, sowie Miguel Berger, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen. In ihren Beiträgen betonten sie die Bedeutung einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Akteuren im Bereich der Erinnerungsarbeit.
Im Anschluss gab Tomasz Kranz einen Einblick in die Arbeit der Gedenkstätte Majdanek. Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, stellte daraufhin die Gedenkstättenkonzeption des Bundes vor. Marcin Napiórkowski, Direktor des Polnischen Museums in Warschau, präsentierte anschließend die polnische Strategie im Bereich der Gedenkpolitik. Im weiteren Verlauf des Tages tauschten sich die Teilnehmenden zur möglichen Ausgestaltung des Forums aus. Im Zentrum standen dabei Fragen nach gegenseitigen Erwartungen, konkreten Kooperationsmöglichkeiten sowie den Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit. Langfristiges Ziel ist der Aufbau eines bilateralen Netzwerks, das kleine und große Institutionen zusammenführt und die Entwicklung sowie Umsetzung gemeinsamer Projekte fördert.


Der zweite Konferenztag war dem gemeinsamen Besuch der Gedenkstätten Majdanek und Sobibór gewidmet. Die Teilnehmenden erhielten eine Führung durch beide Gedenkstätten und hatten dabei die Gelegenheit, sich über die Gedenkstättenarbeit auszutauschen. Im Anschluss wurde gemeinsam innegehalten und der Opfer gedacht. Darüber hinaus wurde ein Besuch der ehemaligen Synagoge in Włodawa ermöglicht.


Das zweite Deutsch-Polnische Gedenkstättenforum wird vom 23. bis 26. November 2026 in Dresden stattfinden.
Kontakt:
Martina Meiselbach (Wissenschaftliche Referentin)
martina.meiselbach@stsg.de

