Tag des offenen Denkmals – Zeitzeugen hautnah erleben
Datum:
Veranstalter:
Gedenkstätte BautzenOrt:
Gedenkstätte Bautzen
Weigangstraße 8a
02625 Bautzen
Die Besucherinnen und Besucher erwartet am Tag des offenen Denkmals zwischen 10 und 17 Uhr ein besonderer Tag mit zahlreichen Begegnungen und Einblicken in die Geschichte des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Bautzen II. Rund 35 ehemalige politisch Inhaftierte sind vor Ort. Frauen und Männer aus Ost und West, Regimegegnerinnen und Regimegegner, Spioninnen und Spione sowie Fluchthelferinnen und Fluchthelfer berichten persönlich von ihren Erfahrungen, den Umständen ihrer Verhaftung und davon, wie die Haft ihr weiteres Leben geprägt hat. Die Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, mit den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.
Zu den Ehrengästen zählen Jochen Stern (Jahrgang 1928), Theodor Renkwitz (Jahrgang 1932) und Karl-Heinz Göpke (Jahrgang 1933). Alle drei wurden während der sowjetischen Besatzungszeit beziehungsweise in der frühen DDR von sowjetischen Militärtribunalen verurteilt und waren im berüchtigten „Gelben Elend“ in Bautzen I inhaftiert. In moderierten Zeitzeugengesprächen um 11 Uhr und 14 Uhr geben sie persönliche Einblicke in ihre Verhaftungen, Verurteilungen und Haftjahre.
Auch die Arbeit an der historischen Bausubstanz wird an diesem Tag anschaulich vermittelt. Die Restauratoren Markus Pohl und Michael Pohl arbeiten im Erdgeschoss, dem sogenannten Isolationstrakt, in ihrer Schauwerkstatt. Interessierte können den Fachleuten bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und Fragen zur Erhaltung historischer Bauwerke stellen.
Das Bautzen-Komitee bietet außerdem den ganzen Tag über Führungen auf dem „Karnickelberg“ an. Dort erinnern ein Gräberfeld und eine Gedenkkapelle unmittelbar neben der heutigen Justizvollzugsanstalt Bautzen an die Toten des Speziallagers Bautzen. Mitglieder des Bautzen-Komitees informieren über die Geschichte des Ortes und bieten zwischen 10 und 17 Uhr Rundgänge an.
Die Gedenkstätte Bautzen beteiligt sich bereits seit vielen Jahren am bundesweiten Tag des offenen Denkmals, der seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird. Er findet traditionell am zweiten Sonntag im September statt und ermöglicht den Zugang zu zahlreichen historischen Orten und Denkmälern, die sonst nur eingeschränkt oder gar nicht öffentlich zugänglich sind. 2026 steht er unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.
Ein Besuch lohnt sich besonders für alle, die Geschichte nicht nur aus Büchern erfahren, sondern persönlichen Zeitzeugen begegnen und Geschichte am historischen Ort erleben möchten.
Der Eintritt ist frei.
Kontakt
Susanne Hattig (Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit Gedenkstätte Bautzen)
Tel: 03591 530363
susanne.hattig@stsg.de

