Spionage, Widerstand und Kalter Krieg – 70 Jahre Stasi-Knast Bautzen II
Datum:
Veranstalter:
Gedenkstätte BautzenOrt:
Gedenkstätte Bautzen
Weigangstraße 8a
02625 Bautzen
Vor 70 Jahren wurde Bautzen II zur Sonderhaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit. Der Ort steht bis heute für politische Verfolgung und Isolation in der DDR. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht Bautzen II als Haftort für Spione während des Kalten Krieges.
Sigurd Weber und Jens Leck arbeiteten in den 1960er- und 1970er-Jahren für den Bundesnachrichtendienst (BND). 1978 wurden die Geschwister in der DDR verhaftet und wegen Spionage verurteilt. Sigurd Weber erhielt eine lebenslange Haftstrafe, Jens Leck wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Beide verbrachten ihre Haftzeit in Bautzen II. Auf dem Podium erzählen sie aus persönlicher Perspektive von einer Lebensgeschichte zwischen Geheimdienst und Gefängnis: Wie sah ihre Tätigkeit für den BND aus? Wie kam es zur Verhaftung? Was bedeutete die Haft in Bautzen II? Und wie erlebten sie den späteren Agentenaustausch und den Weg zurück in ein Leben in Freiheit? Ihre Berichte machen Geschichte unmittelbar erfahrbar. Sie erzählen nicht nur von den politischen Fronten des Kalten Krieges, sondern auch von den persönlichen Folgen einer Verurteilung, von jahrelanger Haft und der Frage, wie ein Leben nach der Entlassung weitergehen kann.
Ein Gefängnis als Instrument der Staatssicherheit
Ergänzt werden die Zeitzeugenberichte durch die historische Einordnung von dem Spionageexperten Dr. Ronny Heidenreich. Er richtet den Blick auf die Entstehung von Bautzen II und seine besondere Funktion innerhalb des Sicherheitsapparats der DDR. Warum wurde ausgerechnet dieser Ort als Sonderhaftanstalt geschaffen? Welche Rolle spielte Bautzen II für das Ministerium für Staatssicherheit? Und wer waren die Menschen, die hinter den Mauern des Gefängnisses verschwanden?
Das Podiumsgespräch, moderiert von Silke Klewin, Leiterin der Gedenkstätte Bautzen, verbindet die große Geschichte des Kalten Krieges mit individuellen Schicksalen. Spionage, Widerstand und politische Verfolgung werden dabei nicht abstrakt behandelt, sondern aus der Perspektive von Menschen, die diese Geschichte selbst erlebt haben. Die Veranstaltung fragt zugleich danach, wie diese Erfahrungen heute einzuordnen sind: Was bedeutete Spionage im geteilten Deutschland? Wo verliefen die Grenzen zwischen Geheimdiensttätigkeit, Widerstand und politischer Verfolgung? Und welche Spuren hinterlässt politische Haft im Leben der Betroffenen?
Die Gedenkstätte Bautzen lädt herzlich zu diesem Abend mit Zeitzeugen und Experten ein.
Der Eintritt ist frei
Kontakt
Susanne Hattig (Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit Gedenkstätte Bautzen)
Tel: 03591 530363
susanne.hattig@stsg.de

