Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig erhält den Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2026
20.05.26
Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. (ABL) feiert im Jahr 2026 sein 35-jähriges Bestehen. Seit seiner Gründung engagiert sich der Verein mit hohem ehrenamtlichem Einsatz für die Aufarbeitung der SED-Diktatur. Als unabhängiges Archiv ohne staatlichen Sammlungsauftrag bewahrt es Zeugnisse von Opposition, Widerstand und demokratischem Aufbruch und macht sie für Öffentlichkeit, Forschung und Bildungsarbeit zugänglich.
Mit nahezu 600 laufenden Metern Archivgut, zehntausenden Fotografien und zahlreichen weiteren Dokumenten verfügt der Verein über eine Sammlung von nationaler Bedeutung, die auch international auf Interesse stößt. Der Verein verknüpft seine Archivarbeit dabei konsequent mit historisch-politischer Bildungsarbeit. Mit seinen Angeboten und Diskussionsformaten stärkt er eine demokratische Debattenkultur und wendet sich entschieden gegen die Verharmlosung extremistischer und demokratiefeindlicher Strömungen sowie der Diktatur in SBZ und DDR. So hat sich das Archiv Bürgerbewegung Leipzig zu einem der wichtigsten zivilgesellschaftlichen Akteure der Aufarbeitung entwickelt. Mit der Verleihung des Hauptpreises des Karl-Wilhelm-Fricke-Preises 2026 würdigt die Jury das langjährige und kontinuierliche Engagement des Vereins“ so die Begründung der Bundesstiftung Aufarbeitung (https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/karl-wilhelm-fricke-preis/karl-wilhelm-fricke-preis-2026).
Im Archiv wurde die Entscheidung mit großer Freude aufgenommen. Vorstand, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen die Auszeichnung als Auftrag, diesem namhaften Preis auch in Zukunft gerecht zu werden. In einer ersten Reaktion heißt es: „Wir wollen diese große Herausforderung annehmen und uns angesichts der immer mehr um sich greifenden DDR-Nostalgie und der zunehmenden Sehnsucht nach Autokraten, weiterhin dafür einsetzen, dass die ostmitteleuropäischen Freiheitsrevolutionen und die Menschen, die sie unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Freiheit getragen haben, nicht vergessen werden. Freiheit ist ein hohes Gut, das täglich aufs Neue verteidigt werden muss.“
In seinem Gratulationsschreiben betont Leipzigs Oberbürgermeister „Es könnte keinen geeigneteren Preisträger geben … Sie bewahren das Gedächtnis der Friedlichen Revolution mit Erinnerungen und Erzählungen derer, die unmittelbar vorbereitet, gestaltet und getragen haben. Ihre Bildungsarbeit klärt auf, ermuntert zum Engagement für Freiheit und Demokratie, ruft zur Zivilcourage auf.“ Das Archiv Bürgerbewegung Leipzig leiste damit einen unverzichtbaren Beitrag, um den Blick für den Wert der demokratischen Teilhabe und das Bewusstsein für ein tolerantes solidarisches Miteinander zu schärfen. „Es ist und bleibt wichtig, unserer Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, was auf dem Spiel steht und wie jeder Einzelne wirksam werden kann zum Wohle einer freien, toleranten und aufrechten Gesellschaft.“ so Burkhard Jung.
Die Preisverleihung findet am 11. Juni 2026 in Berlin statt. Die Laudatio hält der ehemalige DDR-Bürgerrechtler, Theologe und Politiker Frank Richter. Für die Teilnahme an der Festveranstaltung ist eine Anmeldung unter: Verleihung des Karl-Wilhelm-Fricke-Preises 2026 | Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erforderlich.
Kontakt:
Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V.
Tel: 0341 30 65 175
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