„Leipzig liest“ in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ – Buchpremieren, Lesungen und Diskussionen vom 19. bis 21. März 2026
19.03.26
Zur mehrtägigen Lesereihe „Leipzig liest“ im Rahmen der diesjährigen Buchmesse werden in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ wieder verschiedene Bücher präsentiert, die sich mit der Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in der SBZ und DDR und deren Auswirkungen bis heute
auseinandersetzen. Insgesamt finden 15 Lesungen und Buchpräsentationen, davon drei Buchpremieren im
ehemaligen Stasi-Kinosaal statt, die mit Zeitzeugengesprächen, Podiumsdiskussionen oder Fotodokumentationen kombiniert sind. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.
Vor 32 Jahren beteiligte sich die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zum ersten Mal am Lesefest „Leipzig liest“ zur Buchmesse 1994. In dieser Zeit boten nur wenige Einrichtungen Autoren eine Plattform, die sich mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur, den Opfern und Verfolgten befassten. Inzwischen hat sich die Veranstaltungsreihe zu einem festen Bestandteil der Arbeit des Bürgerkomitees etabliert, die von vielen Menschen gerade wegen der thematischen Konzentration auf die Auseinandersetzung mit der Staatssicherheit als „Schild und Schwert“ der kommunistischen Diktatur und deren Aufarbeitung wahrgenommen und besucht wird.
Im 36. Jahr der Deutschen Wiedervereinigung stellen wir auch Bücher vor, die sich der Auseinandersetzung mit den Umbrüchen der Jahre 1989/90 befassen. Zum einen geht es in den Publikationen um menschliche Verwundungen, die sie aus der SED-Diktatur bis ins Heute (er)tragen müssen, aber endlich Menschen gefunden haben, die ihnen zuhörten, es aufschrieben und nun in den Büchern einer breiten Leserschaft zugänglich machen. Das wird besonders deutlich in verschiedenen Veranstaltungen, in denen es um menschenverachtende Haftbedingungen oder dramatische Fälle von Fluchtversuchen bis hin zu denen, die tragisch mit dem Tod endeten, geht. Mit den Lebensläufen der Toten am Eisernen Vorhang, der Europa teilte, erhalten die Opfer ihre Würde zurück. Mit dieser und weiteren Veranstaltungen wollen wir an den Mauerbau am 13. August 1961 vor 65 Jahren erinnern. An diesem Tag schlossen die kommunistischen Machthaber ihr nach Freiheit drängendes eigenes Volk endgültig in ein großes Gefängnis ein.
Auch geht es wieder um die Frage der Aufarbeitung nach dem Ende einer Diktatur. Ist sie von Wahrhaftigkeit geprägt oder bedeutet sie noch immer mühevollen Kampf um die (Wieder)herstellung der Wahrheit, wie in Erich Loest‘s Kampf um die Anbringung eines Gemäldes in der Leipziger Universität? Neben der Rolle von Opposition und Widerstand in der DDR am Plauener Beispiel kommt bei einer weiteren Lesung über „Wut“ und „Mut“ auch die Frage auf, ob man den Protest in Diktaturen mit denen in einer Demokratie gleichsetzten kann.
Zweifelsohne ein Höhepunkt unserer Veranstaltungen wird der Besuch des Präsidenten des Ukrainischen
Schriftstellerverbandes Volodymir Yermolenko sein, der sagt, dass die Ukraine nicht nur für sich selbst kämpft, sondern auch für Europa, für unsere Sicherheit. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe findet die Vorstellung des Kataloges zur Ausstellung ARCHITEKT statt. Im Nachgang diskutieren Experten über die Architektur der Ost-Moderne am Beispiel des ehemaligen Stasi-Neubaus. Bei allen Veranstaltungen kann auch das Publikum wieder mitdiskutieren.
Die Veranstaltungsreihe „Leipzig liest“ entstand in Zusammenarbeit mit Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED Diktatur, Forschungseinrichtungen, Opferverbänden, Gedenkstätten sowie Verlagen und findet in Kooperation mit der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt.
Das gesamte Programm und weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der Gedenkstätte oder im ausführlichen Programmheft (beides als PDF-Datei).
Kontakt:
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit dem Museum im Stasi-Bunker
Tel.: 0341 9612443
mail@runde-ecke-leipzig.de

