Schaudepot
Im Schaudepot der Gedenkstätte Großschweidnitz werden 132 Grabsteine von Opfern der nationalsozialistischen Krankenmorde gezeigt. Es sind nach bisherigem Kenntnisstand die einzigen noch erhaltenen Grabsteine von Opfern der dezentralen Krankenmorde auf einem Anstaltsfriedhof überhaupt.
Seit 1935 markierten schlichte Betonsteine die Gräber verstorbener Patientinnen und Patienten auf dem Anstaltsfriedhof Großschweidnitz. Gegen Kriegsende müssen mehrere tausend solcher Grabsteine auf den Quartieren gelegen haben. Als die Gräber zu einem bislang unbekannten Zeitpunkt eingeebnet wurden, fanden einige Grabsteine eine neue Verwendung: Sie wurden als Rasenbegrenzungssteine rund um das Pathologiegebäude in den Boden eingelassen – und überdauerten so die Zeit.
2019/2020 konnten die Steine geborgen werden. Sie wurden konserviert und sind seit 2026 in einem eigens angefertigten Schaudepot zu sehen.
70 Namen sind noch lesbar. Mit Hilfe der noch erhaltenen Patientenakten können die hinter diesen Namen stehenden Lebenswege rekonstruiert werden. Es sind Lebenswege, die zwischen 1939 und 1943 in Großschweidnitz endeten. Sechs ausgewählte Biografien sind im Schaudepot zu lesen.
Das Schaudepot ist öffentlich zugänglich, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Gedenkstätte. Es befindet sich hinter dem Gedenkstättengebäude.
Ein kostenfreier Audioguide bietet zusätzliche Informationen zum Friedhof und dem Schaudepot.

