„Ja, Andrei Iwanowitsch“ – Filmvorführung und Gespräch mit dem Buchenwald-Überlebenden Andrei Iwanowitsch Moiseenko
Datum:
Veranstalter:
Gedenkstätte für Zwangsarbeit LeipzigOrt:
3 verschiedene, siehe Beschreibung.
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten teilt Veranstaltungsankündigungen der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig:
Vom 20. bis 22. April wird der Dokumentarfilm „Ja, Andrei Iwanowitsch“ über einen der letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald, Andrei Iwanowitsch Moiseenko, an drei Kinos in und um Leipzig gezeigt. Im Anschluss an die Filmvorführung kann man mit Herrn Moiseenko sowie den Filmschaffenden ins Gespräch kommen.
Andrei Iwanowitsch Moiseenko ist einer der letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald und der Zwangsarbeit bei der Firma HASAG in Leipzig. Am 1. Mai 2026 feiert er seinen 100. Geburtstag. Geboren 1926 in der Ukraine wurde er im Alter von 15 Jahren zur Zwangsarbeit nach Leipzig verschleppt – zur HASAG, dem größten Rüstungsbetrieb Sachsens. Anfangs wurde er dort in der Produktion eingesetzt und ölte Maschinenteile, später ergab sich die Möglichkeit dem Fokus der Aufseher ein wenig zu entkommen und in das Ersatzteillager zu wechseln. Da er verdächtigt wurde, Anführer einer Gruppe junger Aufständischer zu sein, steckte man ihn in ein Gestapo-Gefängnis in Leipzig. Tagsüber wurde er zu Arbeitseinsätzen auf Bauernhöfe gebracht, abends wieder zurück ins Gefängnis. So vergingen ungefähr zwei Monate, ohne dass Andrei erfuhr warum er im Gefängnis gelandet war und wie es mit ihm weitergehen würde.
Im Mai 1944 wurde er schließlich in das KZ Buchenwald deportiert. Nach der Befreiung 1945 gab Andrei nicht auf – auch nicht, als in den Nachkriegsjahren fast alle seine Familienangehörigen starben. Heute lebt er in Minsk, Belarus, als Selbstversorger, fährt noch immer Fahrrad und begegnet jedem Tag und jedem Menschen mit Neugier – leidgeprüft, aber nicht verbittert.
Das Filmteam begleitete Andrei Iwanowitsch über ein Jahr mit der Kamera, erntete mit ihm Honig auf seiner Datscha, saß mit seiner Nachbarin bei Wodka und Wurststullen beisammen, fuhr gemeinsam mit ihm und seinem besten Freund Albert Albertowitsch zum 70. Jahrestag der Befreiung Buchenwalds nach Weimar und filmte Andrei in unzähligen Alltagssituationen.
Mit dem Dokumentarfilm „Ja, Andrei Iwanowitsch“ (2018) sind Hannes Farlock und Andrei Iwanowitsch seit Jahren immer wieder unterwegs. In den letzten Jahren reiste Andrei zudem international, insbesondere in Asien (u.a. Hongkong, Japan). Diese neuen Wege, und der Countdown zum 100. Geburtstag, werden aktuell in einem neuen dokumentarischen Langfilmprojekt weitergeführt (Arbeitstitel: „Alles was ich immer wollte, war alles“). Im Rahmen der Tour wird erstmals eine exklusive Sneak-Preview gezeigt.
Filmvorführungen in Leipzig:
20. April 2026, 19.30 Uhr, Passage Kinos, Hainstraße 19a, Leipzig Innenstadt
21. April 2026, 18 Uhr, Kulturkino Zwenkau, Hugo-Haase-Straße 9, 04442 Zwenkau
22. April 2026, 19 Uhr, Kinobar Prager Frühling, Bernhard-Göring-Straße 152 (Haus der Demokratie), Leipzig-Connewitz
Filmvorführung mit anschließendem Gespräch. Eintritt frei.
Informationen zum Film und Trailer: https://andreiwird100.de/
„Ja, Andrei Iwanowitsch“, Dokumentarfilm, 70 min, OmU. Regie: Hannes Farlock und Sinie Gory. Director of Photography: Dzianis Sakalouski, Editor: Dzianis Kurdraucau, Producer: Reinhard P. Jung.
Kontakt:
Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Tel: 0341 235 2075
gedenkstaette@zwangsarbeit-in-leipzig.de
www.zwangsarbeit-in-leipzig.de

