Stiftung Sächsische Gedenkstätten unterzeichnet Offenen Brief gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen
14.01.26
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten hat einen Offenen Brief des Netzwerks Digital History and Memory mitunterzeichnet. Darin fordern Einrichtungen der historisch-politischen Bildung die Betreiber von Social-Media-Plattformen zu einem konsequenten Vorgehen gegen massenhaft verbreitete, KI-generierte und geschichtsverfälschende Holocaust-Inhalte („AI-Slop“) auf.
In sozialen Netzwerken kursieren zunehmend KI-erzeugte, frei erfundene Bilder und Szenen mit Bezug zum Nationalsozialismus – etwa vermeintliche Lager- oder Befreiungssituationen, die ein verzerrtes und falsches Bild vermitteln. Solche Inhalte werden teils zur Reichweiten- und Profitmaximierung produziert, teils gezielt genutzt, um historische Fakten zu verwässern, Rollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten. Die Unterzeichnenden warnen zudem: Die massenhafte Verbreitung emotionalisierter Fiktionen kann dazu beitragen, dass Nutzerinnen und Nutzer authentische historische Dokumente zunehmend anzweifeln – und damit die Arbeit von Gedenkstätten, Archiven, Museen und Forschungseinrichtungen entwertet wird.
Der Offene Brief vom 13. Januar 2026 fordert u. a. proaktives Vorgehen gegen geschichtsverfälschende KI-Inhalte, bessere Meldewege, den Ausschluss entsprechender Accounts aus Monetarisierungsprogrammen, eine verpflichtende Kennzeichnung von KI-Inhalten sowie Kooperationen mit Gedenkstätten und Fachpersonen, um Erkennungssysteme zu verbessern.
Der offene Brief als PDF-Datei.
Kontakt
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Stellvertretender Geschäftsführer | Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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