Stiftung Sächsische Gedenkstätten unterstützt Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus
22.07.26
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten unterstützt als Erstunterzeichnerin den „Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus“. Der Aufruf entstand im Zusammenhang mit dem bundesweiten Vernetzungstreffen „Geschichtskultur“, das am 13. und 14. März 2026 in Hamburg stattfand und erstmals Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen erinnerungskulturellen Feldern, aus Kunst, Wissenschaft, Kulturinstitutionen, Behörden und Zivilgesellschaft zusammenbrachte.
Der Hamburger Aufruf formuliert zentrale Empfehlungen für eine stärkere und dauerhaft verankerte Aufarbeitung des Kolonialismus in Deutschland. Dazu gehören der Aufbau auskömmlicher Förderstrukturen, die Entwicklung dezentraler Lern- und Gedenkorte, ein zentraler Lern- und Erinnerungsort zum deutschen Kolonialismus, der Ausbau wissenschaftlicher Forschung, die Verankerung des Themas in schulischer und außerschulischer Bildung sowie die enge Zusammenarbeit mit betroffenen Communitys.
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten unterstützt den Aufruf auch vor dem Hintergrund der fachlichen Debatten, die beim Hamburger Vernetzungstreffen sowie bei der 13. Bundesweiten Gedenkstättenkonferenz geführt wurden. Dort ging es unter anderem um die Frage, wie unterschiedliche Gewalt- und Unrechtsgeschichten – darunter NS-Verbrechen, SED-Unrecht und koloniale Gewalt – in Beziehung gesetzt werden können, ohne historische Unterschiede zu nivellieren. Einen Rückblick auf die Teilnahme der StSG an den Treffen in Hamburg finden Sie hier: https://www.stsg.de/cms/stsg/aktuelles/stiftung-saechsische-gedenkstaetten-hamburg-verbandstreffen-gedenkstaettenkonferenz.
Neben der Stiftung Sächsische Gedenkstätten gehören auch die Arbeitsgruppe der „Euthanasie“-Gedenkstätten sowie in diesem Zusammenhang die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und Großschweidnitz zu den Erstunterzeichnenden. Damit wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit kolonialer Gewalt als Teil einer umfassenden, demokratischen Erinnerungskultur verstanden wird, die unterschiedliche historische Erfahrungen sichtbar macht und zugleich nach gemeinsamen Verantwortungsperspektiven fragt.
Weitere Institutionen und Einzelpersonen sind eingeladen, den Hamburger Aufruf zu unterstützen. Bei Interesse kann eine E-Mail an aufarbeitung@kolonialismus.org gesendet werden. Der Aufruf ist abrufbar unter: www.gedenkstaettenforum.de/aktivitaeten/kampagnen/hamburger-aufruf-zur-aufarbeitung-des-kolonialismus
Kontakt
Sven Riesel
Stellvertretender Geschäftsführer Stiftung Sächsische Gedenkstätten | Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0351 4695545
E-Mail: sven.riesel@stsg.de

