Rückblick auf die 21. Sächsischen Jugendgeschichtstage
12.12.25
Am 27. und 28. November 2025 fanden die 21. Sächsischen Jugendgeschichtstage im Sächsischen Landtag statt – und die Stiftung Sächsische Gedenkstätten war wieder mit dabei! In diesem Jahr konnte die Stiftung die mobile Ausstellung „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen“ des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte in Kooperation mit der Sächsischen Jugendstiftung ermöglichten präsentieren. Die Ausstellung, die den Teilnehmenden eine virtuelle Begegnung mit fünf Holocaust-Überlebenden ermöglichte, stieß auf großes Interesse und regte zu intensiven Gesprächen und Reflexionen an.
Die Besucherinnen und Besucher der Jugendgeschichtstage hatten die Möglichkeit, per VR-Brille in eine virtuelle Begegnung mit Zeitzeuginnen der NS-Zeit einzutauchen. Diese neue, immersive Form der Erinnerungskultur bot den Jugendlichen eine unmittelbare, fast persönliche Begegnung mit der Geschichte – eine wertvolle Ergänzung zur bisherigen Erinnerungsarbeit. 
Neben der Ausstellung präsentierten junge Geschichtsgruppen aus ganz Sachsen ihre Projekte und Recherchen. Zahlreiche dieser Projekte beschäftigten sich mit zentralen Themen der Erinnerungskultur, der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts und den Auswirkungen der Diktaturen in Deutschland. Besonders beeindruckend war die Vielfalt an Perspektiven und Ansätzen, die die jungen Menschen in ihren Arbeiten einbrachten. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten hatte die Gelegenheit, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und einen intensiven Austausch über ihre Spurensuchen und historischen Auseinandersetzungen zu führen. 
Die Gedenkstättenstiftung war auch wieder Teil der Jury, die die Projekte nach inhaltlicher Tiefe, methodischer Arbeit und Präsentationsqualität, Engagement und Partizipation bewertete. Gemeinsam mit den anderen Jurymitgliedern würdigten wir drei herausragende Arbeiten, die exemplarisch für die kritische und verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit Geschichte stehen:
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„Spurensuche in Burgstädt – Auf den Spuren der NS‑Zeit“ – ein Projekt, das Einzelschicksale während des Nationalsozialismus in Burgstädt sichtbar machte und dabei insbesondere das Schicksal von Max Scheltzig hervorhob.
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„Erinnerungskultur im Pflaster“ aus Großenhain – die Gruppe erforschte die Geschichten hinter lokalen Stolpersteinen und plant deren Pflege und einen neuen Stolperstein zur nachhaltigen Erinnerung.
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„Voices Unheard“ aus Dresden – eine Gruppe junger Frauen, die sich mit der historischen und aktuellen Dimension von Rechtsextremismus auseinandersetzte und ihre Ergebnisse in einem Podcast präsentierte.
Darüber hinaus wurde der Publikumspreis an den Jugendladen Rochlitz – Muldentaler Jugendhäuser e. V. für das Projekt „Ein DDR‑Hort hinter historischen Schlossmauern“ vergeben, das durch sorgfältige Zeitzeuginnen‑Interviews und Archivarbeit den Alltag in einem DDR‑Kindergarten für Besucherinnen greifbar machte. 
Die Sächsischen Jugendgeschichtstage waren auch in diesem Jahr eine eindrucksvolle Plattform für junge Menschen, die sich mit Geschichte auseinandersetzen und ihre eigenen Erinnerungsprojekte entwickeln. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten freut sich, diese engagierte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit weiterhin zu unterstützen und zu begleiten. Ein besonderer Dank gilt der Sächsischen Jugendstiftung für die Ermöglichung des Jugendgeschichtsprogramms „Spurensuche“.
Die Fotos sind von © Markus Lorenz und © Thomas Schlorke.

Kontakt
Sven Riesel
Stellvertretender Geschäftsführer | Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0351 4695545
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