Heimatforschung und Schule: StSG moderiert Podiumsgespräch beim Fachtag im Sächsischen Landtag
05.11.26
Wie können junge Menschen für die Geschichte ihrer Heimatregion begeistert werden? Wie lassen sich Heimatforschung und schulischer Geschichtsunterricht stärker miteinander verbinden? Und welche Möglichkeiten bieten sich für die Zusammenarbeit von Geschichtsvereinen, Schulen und Jugendgeschichtsprojekten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Fachtags „#Geschichtsvereine26 – Heimatforschung und Schule“, der am 26. Oktober 2026 im Sächsischen Landtag in Dresden stattfand.
Veranstaltet wurde der Fachtag vom Verein für sächsische Landesgeschichte e. V. in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e. V. und der Sächsischen Jugendstiftung mit ihrem Programm „Spurensuche“. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsident Alexander Dierks, der die Teilnehmenden zu Beginn begrüßte. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten (StSG) unterstützte die Veranstaltung in der Öffentlichkeitsarbeit und übernahm die Moderation des zentralen Podiumsgesprächs.
Der Fachtag brachte ehrenamtlich tätige Heimatforscherinnen und Heimatforscher, Mitglieder von Geschichtsvereinen, Lehrkräfte, Jugendliche sowie Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Kultureinrichtungen und historischer Bildungs- und Jugendarbeit zusammen. Nach der Vorstellung der Ergebnisse einer Lehrkräfteumfrage zum Geschichtsunterricht folgten Impulsvorträge aus den Perspektiven der Heimatforschung, der historischen Jugendarbeit und der Lehrkräfte. Dabei wurde deutlich, welches Potenzial in der Verbindung von lokalhistorischer Forschung, ehrenamtlichem Engagement und schulischer sowie außerschulischer Geschichtsvermittlung liegt.
Ein zentraler Programmpunkt war das Podiumsgespräch „Wie funktioniert historische Bildungsarbeit für junge Menschen? Was kann Geschichtsunterricht heute leisten?“, das Sven Riesel, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, moderierte.


Auf dem Podium diskutierten Nico Dittmann, Bürgermeister der Stadt Thalheim/Erzgeb. und Zweiter Vizepräsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, Bianca Wiege, ehemalige Teilnehmerin von Jugendgeschichtsprojekten und Jurymitglied im Programm „Spurensuche“, Jun.-Prof. Dr. Corinna Link, Professorin für Didaktik der Geschichte an der Technischen Universität Dresden, sowie Klaus Reichmann, Vorsitzender des Chemnitzer Geschichtsvereins. Sie brachten unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven aus Kommunalpolitik, Jugendgeschichtsarbeit, Geschichtsdidaktik und ehrenamtlicher Heimatforschung in das Gespräch ein.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie junge Menschen nicht nur für historische Themen interessiert, sondern auch zum eigenständigen Forschen und zur aktiven Mitgestaltung von Geschichtsprojekten angeregt werden können. Diskutiert wurden Möglichkeiten, historische Quellen, lokale Erinnerungsorte und persönliche Biografien stärker in den Geschichtsunterricht einzubeziehen, ebenso wie die Herausforderungen einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen Schulen, Geschichtsvereinen, Archiven, Museen, Gedenkstätten und Kommunen.


Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem generationenübergreifenden Austausch: Während Geschichtsvereine über umfangreiches Wissen, historische Sammlungen und Erfahrungen in der lokalen Forschung verfügen, können junge Menschen eigene Fragestellungen, neue Perspektiven und kreative Formen der Geschichtsvermittlung einbringen. Dabei ging es auch darum, wie Jugendliche stärker an der Themenfindung, Recherche und Präsentation historischer Projekte beteiligt werden können und welche Voraussetzungen dafür in Schulen, Vereinen und Kommunen geschaffen werden müssen.
Am Nachmittag bot der „Markt der Möglichkeiten“ Gelegenheit, die Diskussionen in persönlichen Gesprächen fortzusetzen und neue Kontakte zu knüpfen. Heimat- und Geschichtsvereine sowie Projekte der Sächsischen Jugendgeschichtstage stellten ihre Arbeit vor und gaben Einblicke in unterschiedliche Ansätze der Erforschung und Vermittlung regionaler Geschichte.

Der Fachtag verdeutlichte, wie viel Potenzial in der stärkeren Vernetzung von schulischer und außerschulischer Geschichtsarbeit liegt. Gerade für die historisch-politische Bildungsarbeit und die Gedenkstättenarbeit bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte, wenn junge Menschen eigene historische Fragen entwickeln, mit authentischen Quellen arbeiten und Geschichte an konkreten Orten erforschen können.
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten dankt dem Verein für sächsische Landesgeschichte und allen beteiligten Veranstaltern für die Einladung, für das große Engagement und die gelungene Veranstaltung. Ein besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden und Teilnehmenden für die interessanten Diskussionen, vielfältigen Perspektiven und den offenen Austausch. Die StSG freut sich darauf, die Zusammenarbeit und Vernetzung im Bereich der historischen Bildungs- und Jugendarbeit weiterzuführen.
Kontakt
Laurenz Hochmuth (FSJ-Politik)
Tel: 0351 4695548
laurenz.hochmuth@stsg.de
Sven Riesel
Stellvertretender Geschäftsführer Stiftung Sächsische Gedenkstätten | Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0351 4695545
sven.riesel@stsg.de

