BLACKBOX HEIMERZIEHUNG der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau macht Station auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Rühn
29.08.25

Vom Dienstag, den 26. August, bis Donnerstag, den 11. September 2025, ist das Mobile Denkzeichen BLACKBOX HEIMERZIEHUNG der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Rühn zu sehen. Am historischen Ort des Jugendwerkhofs „Neues Leben“ (später: „Willy Schröder“) setzt die Ausstellung einen wichtigen Impuls für die lokale Auseinandersetzung mit der repressiven Heimerziehung in der DDR.
„Nach der erfolgreichen Präsentation in Rostock mit über 2.300 Besucherinnen und Besuchern freuen wir uns, die Ausstellung nun auch nach Rühn bringen zu können – an den authentischen Ort eines Jugendwerkhofs. Damit setzen wir auch im ländlichen Raum ein deutliches Zeichen für die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der DDR-Geschichte“, sagt Manuela Rummel, Leiterin der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der Gedenkstätte.
Der Jugendwerkhof wurde am 1. März 1950 im Kloster Rühn eingerichtet und entwickelte sich in den 1960er Jahren zu einer Einrichtung mit rund 130 Plätzen sowie Außenstellen in Eickelberg, Bandow, Tarnow und Malchow. Der Alltag im Jugendwerkhof war von Missständen und Machtmissbrauch geprägt: Schwerstarbeit, fehlende Ausbildungsnachweise trotz mehrjähriger Aufenthalte und das Unterschlagen von Taschengeld gehörten dazu. 1960 standen drei Erzieher wegen Körperverletzung und sexueller Übergriffe vor Gericht. Erst 1990 wurde der Jugendwerkhof aufgelöst. Heute gehört der Gebäudekomplex dem Klosterverein Rühn e.V.
Ziel der Ausstellung ist es, über Strukturen und Methoden der DDR-Heimerziehung aufzuklären. Das gesetzlich festgelegte Erziehungsziel des DDR-Bildungssystems war die Herausbildung „sozialistischer Persönlichkeiten“. Kinder und Jugendliche, die in Spezialheime eingewiesen wurden, galten als „schwererziehbar“ oder „verhaltensgestört“. Dehnbare Begriffe, die jegliche Form unangepassten Verhaltens mit einbeziehen konnten. Die gesamte Pädagogik der Spezialheime war darauf ausgerichtet, die Kinder und Jugendlichen durch „Umerziehung“ nahtlos in das sozialistische System einzufügen.
Ausstellungsinformationen:
Zeitraum: 26. August bis 11. September 2025
Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr
Ausstellungsort: Klosterverein Rühn e.V., Klosterhof 1, 18246 Rühn
Der Eintritt ist frei. Die Präsentation erfolgt in Kooperation mit dem Klosterverein Rühn e.V.
Digitales Begleitmaterial:
Begleitend zur Ausstellung veröffentlicht die Gedenkstätte ein digitales Zeitzeugenporträt über Marno, der als junger Mensch im Jugendwerkhof in Rühn untergebracht war. Die Videos geben Einblicke in persönliche Erfahrungen und das Leben im Heim. Alle Videos sind online abrufbar unter: ZEITZEUGENPORTRAIT
Über die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG
Die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG der Gedenkstätte GJWH Torgau gastiert an historischen Orten der DDR-Heimerziehung und klärt im Innen- und Außenbereich eines umgebauten Seecontainers über die Geschichte des repressiven DDR-Heimsystems auf. Seit 2022 ermöglichte die Ausstellung bereits an 22 verschiedenen Standorten die Auseinandersetzung mit einem Teil der DDR-Geschichte, der vielerorts bereits in Vergessenheit geraten ist.
Die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG der Gedenkstätte GJWH Torgau gastiert an historischen Orten der DDR-Heimerziehung und klärt im Innen- und Außenbereich eines umgebauten Seecontainers über die Geschichte des repressiven DDR-Heimsystems auf. Seit 2022 ermöglichte die Ausstellung bereits an 22 verschiedenen Standorten die Auseinandersetzung mit einem Teil der DDR-Geschichte, der vielerorts bereits in Vergessenheit geraten ist.
Hier finden sie das Faltblatt zur Ausstellung und den Einleger zur Station in Rühn.
Kontakt und Presseauskünfte:
Manuela Rummel: m.rummel@jugendwerkhof-torgau.de
Juliane Weiß: j.weiss@jugendwerkhof-torgau.de
Tel: 03421 714203