Neue STOLPERSTEINE in Leipzig: Verlegung am 6. Oktober 2026
Datum:
Veranstalter:
Archiv Bürgerbewegung Leipzig, Anderer VeranstalterOrt:
Start der Verlegung: Mahlmannstraße 9, 04107 Leipzig
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten teilt eine Veranstaltung des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. / Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine in Leipzig:
Am 6. Oktober 2026 werden in Leipzig an sieben verschiedenen Orten 20 neue STOLPERSTEINE verlegt. Erinnert wird dabei an ehemalige jüdische Bewohner der Stadt und Menschen die im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmorde verfolgt und ermordet wurden. Anwesend werden dabei Familienangehörige aus Leipzig, Hamburg, Israel und den USA sein. Die persönlichen Familienschicksale werden auf diese Weise Bestandteil der Leipziger Stadtgeschichte.
Ablauf
9 Uhr: Mahlmannstr. 9 (1 Stein)
Der 18jährige Paul Meinhardt wurde 1939 wegen seiner Homosexualität und seinem Festhalten an der Tradition der verbotenen Bündischen Jugend verhaftet und verurteilt. Nach seiner Entlassung kam er 1940 in das KZ Sachsenhausen. Krank und damit „arbeitsunfähig“ wurde er 1941 in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet.
9.45 Uhr: Davidstr. 10 (1 Stein)
Kurt Kaiser war psychisch krank und verbrachte viele Jahre in der Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen. Mit dem Kriegsausbruch 1939 begann die geheim gehaltene „Euthanasie“-Aktion. Zur Verschleierung der Mordaktion wurde Kurt Kaiser in verschiedene Anstalten gebracht, bis er 1940 in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet wurde.
10.30 Uhr: Thomasiusstr. 18 (6 Steine)
Die sechsköpfige jüdische Familie Wald wurde im Rahmen der „Polenaktion“ im Oktober 1938 nach Polen abgeschoben. Nach der deutschen Besetzung des Landes kamen sie 1941 in das Krakauer Ghetto, wo sich ihr Spur verliert.
11.30 Uhr: Ehem. Humboldstr. 20 (zw. Löhr- und Nordstr.) (3 Steine)
Den jüdischen Eheleuten Charlotte und Siegfried Hirsch gelang es, ihre einzige Tochter Rita noch 1939 nach England zu retten. Sie selbst wurden 1943 über Berlin nach Auschwitz deportiert und ermordet.
13.30 Uhr: Gustav-Mahler-Str. 19 (1 Stein)
Der jüdische Gelehrte Paul Stern übertrug u.a. Schriften des mittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin ins Deutsche. Darüber fand er zur katholischen Kirche. Priester des Leipziger Oratoriums unterstützen ihn nach der Eskalation der Gewalt nach 1938. Im Jahr 1944 wurde er in Auschwitz ermordet.
14.30 Uhr: Ehem. Brüderstr. 7 (Ostseite Addis-Abeba-Platz) (4 Steine)
Die jüdische Familie Hasnes betrieb einen Schuhladen. Die Eheleute wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und kamen dort ums Leben. Ihr Sohn Manfred wurde mit seiner Frau in einem Vernichtungslager im besetzten Polen ermordet.
15.30 Uhr: Oststr. 78 (4 Steine)
Zwischen 1934 und 1939 gelangen Bertha Haliczer und ihren drei erwachsenen Kindern auf sehr unterschiedlichen Wegen die Flucht aus Deutschland. In Australien fanden alle wieder zusammen.
Kontakt:
Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V.
Tel.: 0341 3065175
stolpersteine@archiv-buergerbewegung.de
www.stolpersteine-leipzig.de

