Fachgespräch in Leipzig: Verantwortung und Täterschaft in den geschlossenen venerologischen Stationen der DDR
Datum:
Veranstalter:
Anderer VeranstalterOrt:
Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig, Seminarraum Haus 1
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten teilt eine Veranstaltung des Vereins Riebeckstraße 63 e.V.:
Die geschlossenen venerologischen Stationen in der DDR bildeten über nahezu 40 Jahre hinweg ein System der Disziplinierung, Ausgrenzung und Diskriminierung von Frauen, die als „abweichend“ galten. Dennoch liegen viele Details über das dort tätige Personal sowie über die institutionellen und ideologischen Grundlagen dieser Einrichtungen bis heute im Dunkeln. Wie konnten diese Stationen so lange bestehen? Wer hielt sie im Alltag am Laufen? Dies sind nur zwei der Fragen, auf die die Forschung bislang keine ausreichenden Antworten hat.
Um die weitere Aufarbeitung anzustoßen, lädt der Initiativkreis Riebeckstraße 63 e.V. zu einem Fachgespräch über Verantwortung und Täterschaft in den geschlossenen venerologischen Stationen der DDR ein. Forschende sowie die interessierte Öffentlichkeit sollen hier die Möglichkeit erhalten, sich über bestehende Forschungslücken, neue Perspektiven und zukünftige Projekte auszutauschen.
Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch und bitten um eine Anmeldung bis zum 18.09.2026 unter: initiativkreis@riebeckstrasse63.de.
Datum: 26. September 2026, 10 bis 17 Uhr
Ort: Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig, Seminarraum Haus 1
Programm:
Ab 9.30 Uhr: Ankommen
10 bis 12 Uhr:
Jessica Bock: Wann wird Mitwirkung zur Täterschaft? Geschlecht und Verantwortung
in der SED-Diktatur
Leon Schubert: Der sozialhygienische Diskurs um die Geschlechtskrankheiten in der DDR, untersucht anhand der dermatologischen Wochen- bzw. Monatsschrift
Katharina Eger, Lea Schulte: Zwischen Fürsorge und Disziplinierung: Berufliche Verantwortung im System der Geschlechtskrankenfürsorge
12 Uhr bis 13 Uhr: Mittagspause (Catering vor Ort)
13 Uhr bis 15 Uhr:
Michael Heinz: Das Ehepaar Grauert – Führungspersonal der Geschlossenen Krankenanstalt Rostock
Fruzsina Müller: Infektionsquellensuche und Visualisierung von Sexualkontakten: Wie Ärztinnen und Ärzte, Fürsorgerinnen und Fürsorger Risikogruppen konstruierten
Hannes Schneider: Die Rolle des leitenden Arztes der Geschlossenen Venerologischen
Station Leipzig-Thonberg
15 Uhr bis 15.30 Uhr: Kaffeepause
15.30 bis 17 Uhr:
Lea Schulte: Die „Tripperburgen“ als unbequemes Erbe. Eine Spurensuche in der ehemaligen geschlossenen venerologischen Station in Berlin
Godje Loof, Charlotte Riemann, Anna Unterstab, Anna Wolf: „Wir sind jede so wie
keine“: Ein Erinnerungs-Spaziergang gegen Stigmatisierung und für Sichtbarkeit
Gemeinsame Abschlussdiskussion
Kontakt
Riebeckstraße 63 e.V. | Riebeckstraße 63 | 04317 Leipzig
verein@riebeckstraße63.de
https://riebeckstrasse63.de/

