65 Jahre Mauerbau: „Jugend erinnert“-Projekt über politische Repressalien in der DDR und die Flucht von Jugendlichen startet am Erinnerungsort Torgau
13.08.26
Vor 65 Jahren, am 13. August 1961, ließ die SED-Führung die Berliner Mauer bauen. Damit waren Ost-Berlin und die gesamte DDR von der Bundesrepublik abgeriegelt – eine Flucht war kaum noch möglich. Die Teilung Deutschlands, hervorgegangen aus dem Zweiten Weltkrieg, war festgeschrieben.
Dieses einschneidende Ereignis greift unser neues „Jugend-erinnert“-Projekt am Erinnerungsort Torgau auf. Es ist gerade gestartet. Jugendliche aus dem Osten und Westen Deutschlands beschäftigen sich in diesem Projekt mit dem DDR-Jugendgefängnis in Torgau und dem Notaufnahmelager für geflüchtete Jugendliche aus der DDR in Sandbostel in Niedersachsen. In diesem Lager fanden bis zum Mauerbau mehr als 300 000 geflüchtete Jugendliche ihre erste Aufnahme.
Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit den Lebenswegen der Jugendlichen, die in den Westen flüchteten, weil sie in der DDR kein selbstbestimmtes Leben führen konnten. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die Biografien von Jugendlichen in der DDR, die aus politischen Gründen im Torgauer Jugendgefängnis inhaftiert wurden.
Schon vor dem Bau der Berliner Mauer lässt die DDR-Führung die innerdeutsche Grenze zur Bundesrepublik ausbauen und bewachen. Ab Ende 1957 werden Flucht und Fluchtversuch strafrechtlich verfolgt, es drohen Haftstrafen. Berlin bietet die einzige Möglichkeit, die DDR zu verlassen, wenngleich die Flucht auch von hier aus ein Risiko ist.
Bis 1961 fliehen etwa 3,5 Millionen Menschen aus der sowjetisch besetzten Zone und der DDR. Die Hälfte ist unter 25 Jahre alt. Sie verlassen die DDR, weil sie sich in der Bundesrepublik bessere soziale und wirtschaftliche Lebensbedingungen erhoffen oder um der Unfreiheit und politischen Verfolgung von Regimekritikern in der DDR zu entkommen.
Die Projekt-Teilnehmenden begeben sich vor Ort am Erinnerungsort Torgau und in der Gedenkstätte Lager Sandbostel auf Spurensuche. In gemeinsamen Workshops sprechen sie mit Zeitzeugen, entschlüsseln historische Quellen und rekonstruieren Biografien. Dabei schlägt das Projekt Brücken in die Gegenwart, fragt nach den Auswirkungen der deutschen Teilung bis heute und bringt Jugendliche aus dem Westen und Osten Deutschland miteinander in den Kontakt. Auch Fragen zu Migration und Flucht sowie zum Wert von Freiheit und Demokratie für die Jugendlichen werden gemeinsam reflektiert. Als zentrales Ergebnis wird gemeinsam eine Wanderausstellung erarbeitet.
Wir freuen uns in diesem Zusammenhang, mit Jana Elsner ein neues Gesicht im Team begrüßen zu können: Sie ist als Projektmitarbeiterin für das „Jugend erinnert“-Projekt zuständig.
Kontakt
Jana Elsner
Projektmitarbeiterin "Jugend erinnert"
Tel. 03421 7739683
jana.elsner@stsg.de
Nina Görlich
Referentin für Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 03421 713468
erinnerungsort.torgau@stsg.de
Gefördert von:




Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Das Projekt ,,Jugendliche in der DDR zwischen politischer Haft und Flucht" wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Bundesprogramm „Jugend erinnert“ in Unterstützung mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

