Vortrag „Scheidet heute aus unserem Betriebe aus“. Kranke und schwangere „OstarbeiterInnen“ im System der NS-Zwangsarbeit
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Während des Zweiten Weltkrieges waren auch in der Oberlausitz tausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt. Sie arbeiteten in der Rüstungsindustrie, z.B. den Zittwerken, bei örtlichen Bauern oder auch in der Bergwirtschaft auf dem Oybin. Viele stammten aus der Sowjetunion und wurden als „Ostarbeiter“ besonders schlecht behandelt.
Die Verschleppung und Ausbeutung ihrer Arbeitskraft hinterließ bei den Betroffenen massive körperliche, aber auch psychische Spuren. Bei einigen von ihnen lösten die Gewalterfahrungen, Machtlosigkeit und Unmenschlichkeit psychische Ausnahmesituationen aus. Sie waren nicht mehr arbeitsfähig. Um ihre Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen wiesen sie die Arbeitsämter in psychiatrische Kliniken ein, zum Beispiel nach Großschweidnitz. Dort wurden sie aggressiv therapiert. Konnte ihre Arbeitsfähigkeit nicht wieder hergestellt werden, war dies häufig ihr Todesurteil.
Ähnlich war dies auch bei schwangeren „Ostarbeiterinnen“, deren Arbeitsfähigkeit durch die Schwangerschaft oder das neugeborene Kind eingeschränkt war. Viele wurden zur Abtreibung genötigt oder mussten ihre Kinder unter katastrophalen Bedingungen zur Welt bringen. Die Überlebenschancen für die Säuglinge waren aufgrund der unzureichenden Versorgung gering.
Der Vortrag beleuchtet die Rolle des regionalen Gesundheitswesens und seiner Akteure im System der NS-Zwangsarbeit und verdeutlicht durch biografische Beispiele die Folgen für die Betroffenen.
Der Vortrag ist Teil des Veranstaltungsprogrammes der Städtischen Museen Zittau zum Thema „Zittwerke“. Vom Veranstalter wird ein Eintritt in Höhe von 4,00 Euro erhoben.
Kontakt
Dr. Maria Fiebrandt (Referentin für wissenschaftliche Dokumentation, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit)
Tel: 03585-2113509
Maria.Fiebrandt@stsg.de

