Sonderführung „Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der NS-Psychiatrie“
Datum:
Veranstalter:
Gedenkstätte GroßschweidnitzOrt:
Gedenkstätte Großschweidnitz
Friedhofsweg 1
02708 Großschweidnitz
In einer Sonderführung beleuchten wir das Schicksal psychisch erkrankter Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Großschweidnitz und begeben uns auf die Suche nach den Spuren, die ihre Ermordung auf dem Anstaltsfriedhof hinterlassen hat.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden Millionen Menschen aus ihren Heimatländern in das Deutsche Reich verschleppt. Sie mussten in Fabriken oder der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten. Die zum Teil unmenschlichen Bedingungen forderten nicht nur körperlich ihren Tribut, sondern auch seelisch. Konnten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aufgrund einer psychischen Erkrankung keine Arbeit mehr leisten, kamen sie in psychiatrische Anstalten. Dort sollte ihre Arbeitsfähigkeit möglichst schnell wiederhergestellt werden.
Allein in Großschweidnitz wurden während des Zweiten Weltkrieges etwa 140 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aufgenommen - mehr als 100 verstarben innerhalb kurzer Zeit. Sie fielen den nationalsozialistischen Krankenmorden zum Opfer.
In der Sonderführung wird die Geschichte dieser Menschen vor dem Hintergrund der NS-Krankenmorde erzählt. Anhand erhaltener Grabsteine, Erinnerungstafeln und dem als „Ausländerabteil“ bezeichneten Friedhofsbereich werden ausgewählte Lebensgeschichten, aber auch die Erinnerung an diese Menschen nach 1945 vorgestellt.
Die Sonderführung ist Teil des Veranstaltungsprogrammes der Städtischen Museen Zittau zum Thema „Zittwerke“. Ein weitere Sonderführung findet am 29. Mai 2026, 17 Uhr statt.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Rundgang ist barrierefrei.
Kontakt
Dr. Maria Fiebrandt (Referentin für wissenschaftliche Dokumentation, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit)
Tel: 03585-2113509
Maria.Fiebrandt@stsg.de

