Seydlitzkaserne (Speziallager Nr. 8)

 

Die Seydlitzkaserne diente von 1901 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs der Unterbringung von Kavallerieeinheiten. Ab 1944 hatte der Chef des Kriegsgefangenenwesens der Wehrmacht, General von Graevenitz, seinen Sitz in der Kaserne. Nach Kriegsende diente der Kasernenkomplex zunächst als »Umsiedlerlager« zur Unterbringung von Heimatvertriebenen.

Im Frühjahr 1946 wurde das Speziallager Nr. 8 von Fort Zinna in die benachbarte Seydlitzkaserne verlegt, um in Fort Zinna für die Einrichtung des Speziallagers Nr. 10 Platz zu schaffen. Während im Speziallager Nr. 10 deutsche und sowjetische Verurteilte sowjetischer Militärtribunale gefangen gehalten wurden, war das Speziallager Nr. 8 ein Internierungslager für Deutsche aus der Provinz Sachsen. Im Dezember 1946 und Januar 1947 wurde das Lager Nr. 8 in der Seydlitzkaserne aufgelöst. Die Gefangenen wurden in mehreren Transporten vor allem in die Speziallager Buchenwald und Mühlberg gebracht.

In der Folge wurde der Gebäudekomplex von der Kasernierten Volkspolizei und als Polizeischule genutzt und diente schließlich als Quartier der Sowjetarmee bis zum Abzug der GUS-Truppen aus Deutschland 1994. Heute sind in einem Teil der früheren Unterkunftsgebäude Wohnungen eingerichtet, in anderen Räumlichkeiten haben Behörden und das Arbeitsamt ihren Sitz.
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