05.10.09

Gustav Rust

Kommandoleiter Oberleutnant Scholz

Liebe Kameraden, ich war mit Unterbrechung insgesamt mehr als neun Jahre in Polit-Haft. Zeitraum 1958 bis 1975. In Torgau war ich von 1974 bis zu meiner Entlassung am 15.7.1975. In Torgau schrieb ich meinen dritten, 14-seitigen Ausreiseantrag, gespickt mit Marx-Engels und Lenin-Zitaten, hatte mich etwa 6 Jahre mit dem Selbststudium des Marxismus befaßt. Dieser Antrag ist nirgends aufzufinden. Bei der Abt. Inneres in Zossen mußte ich nochmals wenige Sätze als Antrag zu Papier bringen. Am 31. 10.75 durfte ich dann legal ausreisen und nahm in Berlin-Steglitz meinen Wohnsitz. 1996 erschien die erste Auflage meiner Biographie "Ich war auch dabei". Seit etwa 3 Jahren war sie vergriffen, bis ich sie jetzt von 256 auf 415 Seiten erweiterte und noch einmal 1000 Exemplare drucken ließ. Ich signiere sie am Mahnmal für die Mauertoten aus dem Bereich des Spreebogens, Ebert/ Ecke Scheidemannstraße, sammle dort Spenden, pflege die Gedenkstätte und ließ schon 152000 doppelseitige Flugblätter für die Touristen drucken. Soweit Spendengled übrig war, sendete ich es an das Strafvollzugsmuseum Waldheim, "Hilferufe von drüben" u.s.w. Näheres zu meiner Biographie etc. könnt Ihr in meiner Homepage erfahren. Mein Kommandoleiter 1974/ 75 beim Kdo. Meißen war Oberleutnant Scholz. Die Schleimer nannten ihn "Fürst", wir anderen "Meckerlatte". Er soll zwischenzeitlich durch einen Unfall verstorben sein. Ich arbeitete bei Meißen Normalschicht, war Schweißer und Schmied in der Werkstatt. Kennt noch jemand Oberleutnant Scholz? Einer von Euch erwähnte ihn in seinem Eintrag. Ich bin organisiert in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V., gegründet 1950, der älteste und noch immer der größte Opferverband. VOS, Stremannstraße 90, 10963 Berlin. Tel.: 030-26552380 Mit kameradschaftlichen Grüßen, Gustav Rust, www.gustav-rust.de

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