22.07.08
Marcus Schreiter
Hallo, meine Oma erzählte, dass zu Ostzeiten einige Leute scheinbar spurlos verschwunden sind. Von der STASI wohl eingesackt und nie wieder von denen gehört.. Ich habe nun nicht ihre Website hier durchsucht, nach Fakten zu solchen Ereignissen, die Zeit habe ich heute Abend nicht mehr.. Ich wüsste nur zu gern, ob es eine Dunkelziffer zu Vermissten der StaSi-Zeit gibt? Und ob von diesen "verschleppten" Menschen auch Einige wiederkamen, oder man wenigstens über deren Verbleib bescheid wusste?? Ich hoffe, dass Sie mir zu diesen Fragen Infos geben können, falls es Ihnen möglich ist. Ich habe die Seite per Google gefunden, und bin gleich auf dieser Seite hier mit dem Gästebuch gelandet.. Da habe ich nur 2 oder 3 Einträge überflogen. Ich hoffe also, nichts überlesen zu haben.. Vielen Dank und beste Grüße Marcus Schreiter
Anmerkung der Redaktion:
Sehr geehrter Herr Schreiter, Ihre Frage ist so allgemein gestellt, dass sie im eingeschränkten Rahmen des Gästebuches nicht ausreichend beantwortet werden kann. Von welcher Zeit sprach Ihre Oma? Erfolgten die Verschleppungen, die sie meint, durch die Stasi oder den NKWD? Verschleppungen, die lange oder sogar nie aufgeklärt wurden, fanden vor allem in der SBZ und der Anfangszeit der DDR statt (Siehe auch: "Erschossen in Moskau... Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950-1953" Hg. von Arsenij Roginskij, Jörg Rudolph, Frank Drauschke und Anne Kaminsky, Berlin 2005) Später hat die Stasi Menschen entführt (Siehe auch: "Stadt des Menschenraubs. Berlin 1945 - 1961" In Materialien aus dem Bundesarchiv. Heft 15. Bearbeitet von Arthur L. Smith, jr. Koblenz 2004) und sie anschließend in Gefängnisse gesperrt (z.B. Karl-Wilhelm-Fricke. Siehe auch: "Bautzen II. Sonderhaftanstalt unter MfS-Kontrolle 1956 bis 1989. Bericht und Dokumentation. Karl Wilhelm Fricke, Silke Klewin. Hg. Stiftung Sächsische Gedenkstätten. 3. aktualisierte Auflage Dresden 2007) aber diese Fälle wurden bis auf ganz wenige (z.B. Robert Bialek. Siehe auch: "Aufstieg und Fall des Robert Bialek" Michael Herms/Gert Noack. Berlin 1998) alle aufgeklärt. Die genannten Bücher sind nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten mehr über das Thema zu erfahren.
