09.10.06
Arthur Meyer wie-neu@freenet.de
Es ist bedauerlich so wenig Einträge im Gästebuch zu lesen und macht mich betroffen. Ich war als jugendlicher politischer Gefangener von Januar 1974 bis Frühjahr 1975 im Zuchthaus Fort Zinna. Das war eine Zeit die man nicht vergessen kann insbesondere wenn man die Aufmerksamkeit von Leutnant Raschke (OKS Offizier für Kontrolle und Sicherheit - MFS Ministerium für Sadismus an Menschen ) erregt hatte. Dieser Mann hielt mich für ein Spion des Westens ( war gerade mal 17 geworden ).Seine Verhöre waren nicht einfach für mich aber ich habe mich nie aufgegeben für diese Monster in Menschengestalt. Mein erster Arbeitslohn für ein Monat im Schichtdienst waren ca. 8.50 Mark und durfte noch nicht mal kaufen was ich wollte. Der Arrestkeller war auch kein Vergnügen in diesen wie Tigerkäfige aussehenden Zellen mit Urinrinne und Betonplatte auf dem Boden mit einem Holzbrett belegt.Ich errinnere mich viereinhalb Schritte lang und zweieinhalb Schritte breit und hat man die Hand hochgestreckt war man an der Decke mit spärlichem Lampenlicht und Rauhputz an den Wänden und vergitterten Glasbausteinfensterchen und die Schreihe und das Weinen anderer da unten. Nichts und Niemand dort konnte mich brechen auch die Verlegung ins Jugendzuchthaus Luckau und ins Jugendzuchthaus Ichtershausen nicht denn ich habe bis heute mein Oppertunismus bewahrt. Schade das die Menschen den Schmerz und die Leiden anderer vergessen und nicht wahr haben wollen. Vergeben gehört zur Güte Vergessen zur Ignoranz.
