07.06.10

Bodo Blunck

Das Grauen hat einen Namen ...

Es ist ja kaum fassbar, was in Torgau … Jugendwerkhof / Fort Zinna … alles gelaufen ist. Wie Menschen - über Jahre hinweg wie Freiwild gejagt wurden - in Verhören zugeschlagen wurde - ihnen das Leben mit Brutalitäten zur Hölle gemacht wurde - wie sie durch die Gänge gejagt, gefoltert und die Knüppel geschwungen wurden - wie Menschen in den Tod getrieben wurden. Es ist wirklich kaum fassbar. Und dann lese ich hinsichtlich der Suche nach Verantwortlichen immer wieder was von „die Stasi“ … die böse Stasi etc. Korrekterweise müsste es aber heißen: es war nicht die Stasi, die das fabriziert hat. Es waren Menschen … Menschen in Torgau, die das gemacht haben. Genauer gesagt: vorwiegend Menschen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt waren … in Torgau ... und die sich partiell ggf. auch heute noch auf Kosten des Steuerzahlers ein schönes Leben machen. Und wenn ich dann lese, dass die Verurteilung der brutalen Monster in Menschengestalt nur in Einzelfällen erfolgte und das Gericht in diesen Einzelfällen lediglich Geldstrafen verhängte, da kann man sich doch nur an den Kopf fassen. Da passt es doch schon fast maßgeschneidert ins Konzept, dass der Torgauer Stadtradt rund 20 Jahre (?!) brauchte, um eine Überprüfung der Stadträte auf eine frühere Tätigkeit für die DDR-Stasi in die Wege zu leiten … 20 Jahre !? Ich weiß schon, weshalb ich niemals nach Torgau fahren und dort auch keinem älteren Menschen die Hand geben würde, der im öffentlichen Dienst beschäftigt war. Vielleicht hat die gleiche Hand vorher ja auch mitgemacht, Menschen systematisch in den Tod zu treiben.

Impressum