Vortrag und Zeitzeugengespräch: „Helft uns und zwar sofort!“ Der Häftlingsaufstand im Speziallager Bautzen und seine Folgen

Veranstalter: Gedenkstätte Bautzen
Veranstaltungsort: Gedenkstätte Bautzen, Weigangstr. 8a
Datum: 31.03.2010 19:00

Häftlingsaufstand im Speziallager Bautzen 1950

Im Februar 1950 wurden die Gefangenen des Speziallagers Bautzen von der sowjetischen Besatzungsmacht an die DDR-Behörden übergeben. Die Häftlinge hofften auf eine Verbesserung der Versorgung und auf baldige Entlassung. Doch ihre Zuversicht wich alsbald tiefster Enttäuschung. Die Haftbedingungen unter den deutschen Bewachern verschlechterten sich rapide. Im März 1950 begehrten die Gefangenen auf. Am 31. März erreichte der Aufstand seinen Höhe­punkt. Mit Sprechchören machten die Verzweifelten auf ihre katastrophale Lage auf­merksam. Die Volkspolizei knüppelte den Aufstand brutal nieder. Jedoch gelangten auf geheimen Wegen die „Briefe aus Bautzen“ in den Westen und machten Bautzen als Ort politischer Verfolgung bekannt. Heute sind die Briefe noch immer Symbol für den Selbstbehauptungswillen politischer Gefangener gegenüber Gewalt und Willkür in der SED-Diktatur.

Anlässlich des 60. Jahrestags der Ereignisse berichten die ehe­maligen Häftlinge Harald Knaußt und Joachim Gringmuth über ihre Erinner­ungen an den Aufstand im „Gelben Elend“. Als junge Männer 1946 bzw. 1948 unschuldig zu 25 Jahren Haft verurteilt, erlebten sie den Aufstand auf ganz unterschiedliche Weise mit. Erst Mitte der fünfziger Jahre kamen beide frei und flohen in den Westen.

Ein Vortrag von Cornelia Liebold, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Bautzen und eine Sequenz der einzig existierenden filmischen Darstellung des Aufstands geben den Besuchern zur Einführung einen Einblick in die historischen Hintergründe.
 
Durch den Abend führt Silke Klewin, Leiterin der Gedenkstätte Bautzen.

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