Das Zeitzeugenbüro der Gedenkstätte Bautzen

Die Zeitzeugin Christa Gross (Häftling in Bautzen II von 1975 - 1978) im Gespräch mit Besuchern der Gedenkstätte, Bildarchiv der Stiftung Sächsische Gedenkstätten

Der weitere Aufbau der Gedenkstätte Bautzen ist nur bei einer intensiven Zusammenarbeit mit den Opfern sinnvoll und möglich. Gerade zur Dokumentation der erlittenen Haftzeit ist noch eine intensive Forschungsarbeit notwendig, für die wir gerade auf die Unterstützung der ehemaligen Inhaftierten in Bautzen I und II angewiesen sind.
Viele Quellen sind heute verloren, Akten oder Fotografien zur Haft selbst nicht immer greifbar. Daher müssen wir uns neben archivalischen Quellen auch auf persönliche Erinnerungen sowie Dokumente und Objekte aus privatem Besitz stützen, die erlittenes Unrecht aus vergangener Zeit für heutige Besucher der Gedenkstätte sichtbar machen. Grundlage dieses Teils der Forschungsarbeit ist das Zeitzeugenbüro.
Es ist als Einrichtung für Zeitzeugen gedacht, die die persönlichen Erinnerungen an die selbst erlebte Haftzeit oder aber an die Umstände der Inhaftierung von Verwandten für die Nachwelt festhalten möchten. Dadurch kann ein immer umfassenderes und genaueres Bild der Haftbedingungen entstehen. Die Art und Weise der Aufzeichnung (schriftlich, mündlich, Tonband), der Ort des Gespräches sowie der Umfang und die Verwendung dieser historischen Quellen werden allein von den Zeitzeugen selbst bestimmt und unterliegen selbstverständlich den Bestimmungen des Datenschutzes. Neben diesen einmaligen, persönlichen Erinnerungen an die Haftzeit sind wir auch an Unterlagen wie Rehabilitationsbescheiden, Gnadenerweisen und -gesuchen, zeitgenössischen Fotografien, Briefen aus der Haftzeit und Unterlagen aus dem Archiv der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen im Original oder in Kopie interessiert. Diese Dokumente könnten, immer das Einverständnis der Betroffenen vorausgesetzt, in der künftigen Ausstellung und in der Projektarbeit mit Schülern als Zeitdokumente Verwendung finden.

Schicksalsklärung

Das Zeitzeugenbüro steht Angehörigen, Institutionen und Forschern auch zur Schicksalsklärung von politisch Inhaftierten in den Bautzener Gefängnissen zur Verfügung. Wir verfügen über Haftkarteien und Namenslisten, aus denen sich die Hintergründe der Inhaftierung und ggf. auch das Sterbedatum einzelner Personen nachweisen lässt. Bei Anfragen benötigen wir den Namen, Vornamen, das Geburtsjahr sowie Angaben zum Verfolgungszeitraum (z.B. Zeit der sowjetischen Besatzungsmacht 1945-1950).

Fragebögen zur Zeitzeugenbefragung:

Fragebogen: Gefangenschaft während der NS-Diktatur
Fragebogen: Gefangenschaft durch die SED-Diktatur
Fragebogen: Gefangenschaft im Speziallager/SMT

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