Geschichte der Gedenkstätte Bautzen
1992 wurde die Haftanstalt Bautzen II aufgrund ihrer besonderen politischen Bedeutung geschlossen. Der Initiative und dem massiven Einsatz des "Bautzen-Komitee" e. V., der 1990 gegründeten Vereinigung ehemaliger Bautzen-Häftlinge, ist es zu verdanken, dass der Sächsische Landtag im Juli 1993 die Errichtung einer Gedenkstätte beschloss.
Das sächsische Parlament bestimmte, dass unter Wahrung der Authentizität des historischen Ortes Teilbereiche der ehemaligen Haftanstalt Bautzen II zu einer Stätte werden sollen, an der der Opfer politischer Justiz in den beiden Bautzener Gefängnissen gedacht und erinnert wird. Damit hat die Gedenkstätte Bautzen den umfassenden und sehr schwierigen Auftrag, die Geschichte von zwei sehr unterschiedlichen Haftanstalten in drei Verfolgungsperioden – dem Dritten Reich, der Zeit der sowjetischen Besatzungsmacht und der SED-Diktatur – an einem historischen Ort zu dokumentieren.
Seit 1994 arbeitet die Gedenkstätte unter dem Dach der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft. Die Mitarbeiter der Gedenkstätte realisieren in enger Zusammenarbeit mit dem Bautzen-Komitee derzeit die ständige Ausstellung zu den drei oben genannten Schwerpunktbereichen. Aufgrund der zentralen Bedeutung Bautzens als Ort politischer Verfolgung wird die Gedenkstätte Bautzen anteilig aus Haushaltmitteln des Bundes und des Freistaates Sachsen institutionell gefördert.
